Finale!
Geschrieben am| 15. Mai 2011 | Kein Kommentar
Auf Telepolis steht ein Artikel über unseren Besuch in Düsseldorf. Deshalb an dieser Stelle einfach ein Link!
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Halbfinale – das zweite
Geschrieben am| 13. Mai 2011 | Kein Kommentar
Die Technik hat funktioniert – aber wie gesagt: ich fand persönlich die Fernsehübertragung mit Telefonkommentar nicht schlimm, sondern irgendwie heimelig.
Aber nicht nur die Technik hat gestern funktioniert im zweiten Halbfinale. Alles hat funktioniert. Die Show war bombastisch und aus irgendeinem Grund nicht mehr so distanziert wie am Dienstag. Mir ist nicht klar, worauf das beruht. Vielleicht liegt es einfach daran, dass sich das Auge an all die Irrwitzigkeit der Kamerafahrten und der großartigen Hintergrundprojektionen gewöhnt hat.
Da die ganze Aufmerksamkeit nun eigentlich Richtung Finale geht, hier nur meine drei Highlights des Abends:
Stimme: Nadine Beiler – Stimme und Auftritt von internationalem Format. Die Tirolerin wird vorne mitspielen.
Stimmung: Jedward – Favoriten, die ihren Favoritenstatus durch ihren Auftritt gefestigt haben.
Und nochmal Stimmung: Zdob si Zdub aus Moldau. Fallen wirklich aus dem Rahmen mit einem nicht mainstreamigen Song, den sie als versierte Musiker und Performer großartig auf die Bühne gebracht haben.
Auch wenn Estland gut war, Dänemark einen Weichspülbritpopsong an den Start bringt und Blue bekannt sind – ich glaube die Besonderheit der drei erst genannten wird sich auszahlen.
Halbfinale – das Erste
Geschrieben am| 11. Mai 2011 | Kein Kommentar
Das auffälligste an diesem Abend war eigentlich bei all der technischen Perfektion und nie da gewesenen Technik: der Tonausfall bei der Fernsehübertragung. Bei allem Bombast schlich sich beim Fernsehzuschauer doch noch eine Moment von Nostalgie ein, als der Kommentar von Steven Gätjen und Peter Urban über das gute alte Telefon gesprochen wurde. Das erinnerte an frühe Zeiten des Grand Prix, in denen das Telefon nicht das untere, sondern das obere Ende der technologischen Fahnenstange bedeutete.
Wie mutete die Fernsehübertragung ansonsten an?
Auf der großen Leinwand hinter der Bühne war Eindrucksvolles zu sehen. Grafische Meister haben sich hier ausgetobt und ganz wesentlich zur Inszenierung jedes einzelnen Songs beigetragen. Mir persönlich gefiel die Kameraführung nicht so sehr. Eine große, eine gigantische Halle – es ist interessant hin und wieder den Blick auf die Größe dieser Halle zu richten. Es ist sicher spaßig mit dem Joystick die schwebende Kamera durch den Saal zu jagen und die Steady-Cam um die Bühne zu scheuchen. Mir ging hierbei aber ein wenig Intensität verloren. Ich möchte nicht in das Dunkel der Halle sehen – ich möchte die Illusion der guten alten Guckkasten-Bühne haben, die mir eine geschlossene Welt vorspielt, auf der die Inszenierung stattfindet. Die Auflösung dieser Bühne finde ich zu postmodern, zu brechtsch!
Die Moderatoren:
Anke Engelke hat ihre Sache besonders gut gemacht, die anderen beiden waren OK. Stefan Raab liegt wohl das kleine Studio eher als die große Bühne, auf der er eher Präsentator als Moderator ist. Sehr lustig der Einspieler von den beiden, wie sie alle Stars des ESC “Mein Vater war ein Wandersmann” haben singen lassen. Die Einspieler zwischen den Liedern leicht klinisch, perfektionistisch inszeniert, eine Mischung aus Bankenversicherungsautowerbungsästhetik und Kraftwerk-Video.
Die Auftritte:
Trickkleider und abseitige Inszenierungen gab es wenig an diesem Abend. Dafür war die übermächtige Videowall im Hintergrund zu perfekt.
Die Finalisten, die Überraschungen:
Erstaunlich, dass die Türkei nicht dabei ist. Dabei ist das Lied nett, fiel aus dem Rahmen, die Türkei populär usw. Dagegen ist Georgien dabei – die schlechtere der beiden rockigen Nummern. Lieber wäre mir persönlich das Ausscheiden der Russen gewesen.
Sehr erstaunlich, dass dagegen Griechenland mit von der Partie ist. Mir persönlich gefällt das Lied ja – aber im Vorfeld wurden den Griechen von allen Seiten wenige Chancen eingeräumt.
Für Emmy aus Armenien dürfte es ein Schock gewesen sein. “Boom Boom” war ein Ohrwurm und wurde hoch gehandelt, in Düsseldorf hoch und runtergespielt und galt als Favorit sogar für das Finale. Norwegen galt ebenfalls als sicherer Kandidat und verlor mit ihrem Hababa – zu Recht. Aserbaidschan blieb das Favoritensterben erspart und sie sind weiter dabei.
Verwunderlich aus meiner Sicht das Weiterkommen Litauens. So eine olle Musicalnummer, der ich keine Chancen mehr eingeräumt hätte. Aber wir werden ja leider auch sehen, dass Frankreich mit Opernschmalz einiges erreichen wird.
Dass Finnland, Ungarn und die Schweiz weiterkommen würden, war ziemlich klar. Dass Albanien, Kroatien, Malta, Polen, Portugal, Kroation und San Marino es nicht schaffen würden, überraschte ebenfalls nicht.
Mich selbst freut das Weiterkommen Islands ganz besonders! Die Isländer waren bei der Pressekonferenz sehr sympathisch, sie rühren an mit ihrem toten Freund Sjonni und sind exzellente Musiker! Am Samstag werde ich für Island anrufen.
P.S.: Was gibt es noch? Serbien? Ach ja, Serbien. Nette Nummer, tolle Grafik im Hintergrund der Show
Volare – Ein bisschen Wahnsinn in Leipzig
Geschrieben am| 25. März 2011 | Kein Kommentar
Letzte Woche waren wir auf der Leipziger Buchmesse und haben dort unser Büchlein vorgestellt.
“Büchlein” sollte man in diesem Zusammenhang wohl sagen, denn angesichts der ungeheuren Menge von Büchern, die einem begegnen, wenn man die Hallen der Buchmesse betritt, fragt man sich doch: warum bitte soll sich bei diesem Riesenangebot, in dem man sich selbst gerne verlieren möchte, jemand ausgerechnet für unser Büchlein interessieren? Doch bevor wir dieser tristen Frage nachhängen konnten, wurden wir von einem wahren Strudel an Interviews erfasst: bei der taz sprachen wir mit Jan Feddersen, Wolfgang Tischer von Literaturcafé.de interviewte uns, dann ein Gespräch mit Hörbuch.fm, dann der Saarländische Rundfunk undundund und schließlich noch die Jungs vom NDR-Videoblog.
Zwischendurch erfuhren wir, dass unser Büchlein bei den großen Buchketten gut ankommt, während sich die kleine feine Buchhandlung für eine Thema wie den Eurovision Song Contest zuweilen zu schade ist. Schade eigentlich, aber vielleicht ändert sich ja in den kommenden Monaten noch einiges in dieser Hinsicht. Wir arbeiten jedenfalls daran.
Abends traten wir mit unserem Ein-bisschen-Wahnsinn-Programm im Café Grundmann auf, lasen aus dem Buch, unterhielten uns mit Jan, der uns die Ehre erwies uns zu moderieren, und sangen und spielten am Klavier Volare. Die Leute lachten, klatschten und sangen sogar mit. Volare, Oho.
Der Abend war ganz wunderbar. Ob man eine Spur hinterlässt bei all dem Wahnsinn, fragt man sich aber natürlich immer, zum Beispiel wenn man das letzte Bier wegbringt. Und da haben wir etwas entdeckt. Eigentlich das größte Kompliment des Tages. Eine Spur an der Wand, die uns denken ließ, dass nicht wenige unser Buch im positivsten Sinne als “Klolektüre” geadelt haben.
Wer es mit seinem Buch aufs Klo der Leser geschafft hat, der hat die Herzen der Menschen erreicht, dachten wir, fotografierten – und freuten uns.
P.S.: Jan sagte übrigens auch zu, am 05.05.11 in Düsseldorf dabei zu sein, wenn wir in der Mayerschen Buchhandlung in Düsseldorf auftreten!



